Werner und Volker Knipser haben in den achtziger Jahren den Johannishof in Laumersheim von ihrem Vater Heinz übernommen und seither stark vergrößert. Sie haben konsequent auf Qualität gesetzt und französische Rebsorten angepflanzt, das Weingut gehört zu den Pionieren des Barriqueausbaus in Deutschland. Seit 2005 ist auch Werner Knipsers Sohn Stephan im Betrieb tätig, den er mittlerweile führt, unter seiner Regie ist die Rebfläche vergrößert und die Produktion gesteigert worden Die Weinberge liegen vor allem in den Laumersheimer Lagen Kirschgarten, Steinbuckel und Kapellenberg, aber auch im Dirmsteiner Mandelpfad und im Großkarlbacher Im Großen Garten und Burgweg. Spätburgunder und Riesling nehmen jeweils ein Viertel der Rebfläche ein, hinzu kommen Chardonnay, Grauburgunder und Sauvignon Blanc sowie rote Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon, St. Laurent, Cabernet Franc oder Syrah. Als Spezialität bauen sie die früher in der Pfalz und in Deutschland weit verbreitete, aber mittlerweile komplett verschwundene Rebsorte Gelber Orleans an, dazu kommen kleine Flächen mit Marsanne und Viognier. An roten Sorten gibt es neben Spätburgunder, Sankt Laurent, Lemberger und Dornfelder schon recht lange auch internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah. Das Sortiment ist vierstufig gegliedert, an der Spitze stehen die Großen Gewächse aus Kirschgarten (Weißburgunder, Spätburgunder), Steinbuckel (Riesling, Spätburgunder), Im Großen Garten (Spätburgunder) und Mandelpfad (Riesling, Spätburgunder), hinzu kommen Weine wie der Spätburgunder RdP (Réserve du Patron), Syrah und Syrah Réserve oder die Cuvée X aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot.
Kollektion:
Aus der aktuellen Kollektion konnten wir jetzt auch wieder drei Weine aus der Basis verkosten, die alle in großen Mengen produziert werden. Der Riesling Kapellchen zeigt kräutrige Würze und herbe Zitrusnoten, besitzt Biss, die Cuvée aus Chardonnay und Weißburgunder zeigt florale Würze und dezente Frucht, etwas Birne und Melone, ist am Gaumen etwas verhalten, der Rosé Clarette aus einem Saftabzug von diversen Cabernet-Sorten und Merlot besitzt ein klares Bouquet mit roter Beerenfrucht, Erdbeere, Himbeere und rote Johannisbeere. In diesem Jahr bewerten wir zwei Spätburgunder, den Kirschgarten, der immer jung schon sehr präsent, charmant und zugänglich ist, und den RdP, der eher für die längere Reife gedacht und gemacht ist, an der Spitze der Kollektion gleich hoch: Der Kirschgarten zeigt ein feines, vielschichtiges Bouquet mit Aromen von Sauerkirsche und Schwarzkirsche, Waldboden, etwas Hagebutte und eine dezente Gumminote, besitzt am Gaumen eine jugendliche Struktur mit reifen Tanninen, ist harmonisch, animierend, elegant und sehr nachhaltig, der RdP ist im direkten Vergleich dunkler und würziger, zeigt Schwarzkirsche und Kräuter, Minze und ebenfalls eine feine Gumminote und besitzt am Gaumen eine gute Struktur mit einer frischen Säure, dunkle Frucht, kräutrige Frische und gute Länge. Dahinter folgt der leicht kräutrig-rauchige Spätburgunder Im Großen Garten, der ebenfalls nach Schwarzkirsche und Gummi duftet und am Gaumen harmonisch, elegant, animierend und etwas nachhaltiger als die beiden weiteren Spätburgunder ist, der Mandelpfad ist im Bouquet leicht verhalten, zeigt etwas Rauch, Mandel und Kirsche, besitzt dann am Gaumen aber klare Frucht, eine gute Struktur und dezente Holzwürze, der Steinbuckel zeigt helle Kirschfrucht, rote Johannisbeere und etwas Gummi, ist saftig, schon sehr zugänglich, frisch und harmonisch. Unser Favorit unter den Weißweinen ist der Riesling aus dem Mandelpfad, der schon sehr offen und präsent ist und nach gelbem Apfel, Orangenschale und frischem Heu duftet, am Gaumen besitzt er ebenfalls viel Frucht, eine leichte Schärfe und viel Grip, ist leicht salzig, animierend und nachhaltig, der Steinbuckel-Riesling ist wesentlich verhaltener, zeigt nur dezente, dunkle, kräutrig-mineralische Würze und nach einem Tag Belüftung dann auch etwas herbe Zitrusfrucht, Limette, öffnet sich aber nur sehr langsam, am Gaumen besitzt er eine leichte Reduktion, aber auch gute Substanz, ist kraftvoll und nachhaltig. Der Riesling Halbstück ist dagegen wieder präsenter, zeigt viel Frucht, Steinobst, Aprikose, Pfirsich, grünen Apfel und auch kräutrige Noten, ist am Gaumen druckvoll, herb und klar, das Weißburgunder Große Gewächs aus dem Kirschgarten zeigt ein komplexes Bouquet mit feinen Röstnoten, dezent Vanille, Blutorange, Ananas, Birne und floraler Würze und besitzt am Gaumen feinen Schmelz, animierende Zitrusnoten und gute Länge und dürfte sehr gut reifen.
EICHELMANN BEWERTUNGEN (EINE AUSWAHL):
2024 Riesling trocken „Kapellchen“ 83 Punkte
2024 Chardonnay & Weißburgunder trocken 83 Punkte
2024 Riesling trocken „Halbstück“ 89 Punkte
2024 Riesling „GG“ Steinbuckel 91 Punkte
2024 Riesling „GG“ Mandelpfad 92 Punkte
2024 Weißburgunder „GG“ Kirschgarten 91 Punkte
2024 „Clarette“ Rosé trocken 82 Punkte
2023 Spätburgunder „GG“ Steinbuckel 91 Punkte
2023 Spätburgunder „GG“ Im Großen Garten 92 Punkte
2023 Spätburgunder „GG“ Mandelpfad 91 Punkte
2023 Spätburgunder „GG“ Kirschgarten 94 Punkte
2023 Spätburgunder trocken „RdP“ 94 Punkte